2007-10-19
Einrüstung Schloss Moritzburg
RATINGEN/MORITZBURG, Oktober 2007 Eine raffinierte Gerüstkombination aus Modul- und Rahmengerüst erfüllt bei der Instandsetzung des sächsischen Barockschlosses Moritzburg gleich mehrere Anforderungen. Sie dient nicht nur als Arbeits- und Schutzgerüst, sondern ist gleichzeitig auch Trag- und Stützgerüst.
Das sächsische Wasserschloss Moritzburg gehört zu den reizvollsten Naherholungszielen Dresdens. Die barocke Schlossanlage inmitten einer Teichlandschaft diente im 18. Jahrhundert August dem Starken als Jagdaufenthalt und prachtvolle Kulisse für diverse Veranstaltungen. Heute zieht sie jährlich tausende Besucher an. Die müssen sich allerdings zurzeit mit teilweise verhüllten Fassaden abfinden, denn der komplette Süd-Westflügel des Schlosses wird an Fassade und Dach umfassend saniert und instand gesetzt.
Rund 6.000 Kubikmeter Modex-Modulgerüst und circa 3.000 Quadratmeter Bosta 100-Rahmengerüst (Hersteller: Hünnebeck) umgeben den Süd-West-Turm, die daran anschließenden Fassadenbereiche der vorderen und rückwärtigen Schlossansicht sowie eine kleine Kapelle. Ausführungsplanung und Statik der Gerüstaufbauten stammen vom Ingenieurbüro Noack aus Sebnitz. Ausführendes Gerüstbauunternehmen ist die CSG Chemnitzer Stahlrohrgerüstbau GmbH.
Das Turmgerüst
Insbesondere das 24 Meter hohe Rundgerüst um den Süd-West-Turm (Durchmesser: 18 Meter) hat nicht nur einiges an Material verschlungen, sondern vor allem auch eine durchdachte logistische Planung vom Gerüstbauer gefordert. Das Turmgerüst ist eine Kombination aus Rahmen- und Modulgerüst. Diese erfüllt gleich mehrere Aufgaben: Das direkt an der Fassade aufgebaute Bosta-Gerüst dient den sanierenden Gewerken als Arbeits- und Schutzgerüst und ist gleichzeitig Unterkonstruktion für ein 18 Meter x 18 Meter großes Wetterschutzdach. An die Bosta-Konstruktion schließt sich nach außen hin ein Stabilisierungsteil aus Modex-Modulgerüstelementen an. Er leitet die Horizontalkräfte ab. Der Wetterschutz ist nötig, weil das komplette Dach des Turmes geöffnet werden muss, um einen neuen Dachstuhl erstellen zu können. Eine ausgeklügelte Verbindungskonstruktion aus systemfreien Gitterträgern, Stahlrohren und Kupplungen stellt die Verbindung her zwischen dem Rundgerüst und den eckigen Dachelementen.
Modex-Varioteller: schlüssige Verbindung
Besonders raffiniert ist die direkte Verbindung zwischen Bosta- und Modex-Gerüst ohne zusätzlichen, separaten Stiel. Hier kann ein kleines, aber feines Systembauteil seine Vorzüge ausspielen: der so genannte Modex-Varioteller. Dieses wie eine Kupplung anzuschließende Bauteil ermöglicht Modex-Riegelanschlüsse als Schnittstelle und nahtlosen Übergang zu anderen Gerüstsystemen in beliebigen Winkeln und völlig unabhängig vom festen Höhenraster der angeschweißten Teller. Es wird immer dort eingesetzt, wo ein zusätzlicher, variabel anzusetzender Anschlusspunkt benötigt wird und macht zeitaufwändige Rohr-/Kupplungsverbindungen überflüssig.
Für alle Aufgaben das passende Gerüst
Fassaden- und Fensterbauer, Sprengler, Zimmerleute, Dachdecker und Maler, alle Gewerke, die bei einer solchen Instandsetzung gefragt sind, werden das Turm- und die anderen Fassadengerüste binnen der einjährigen Sanierungszeit nutzen. Sie alle benötigen einen sicheren und ergonomischen Arbeitsplatz, wünschen bequemen Zugang für sich und das Material, das sie zudem auf dem Gerüst auch schon mal zwischenlagern möchten.
Darum hatte der Auftraggeber die Einhaltung der Gerüstklasse 4 gefordert mit einem flächenbezogenen Nutzgewicht von 3,0 kN/m². Zusätzlich sollte die Belagfläche mindestens 90 Zentimeter breit sein. Bedingungen, die der Hünnebeck-Gerüstklassiker Bosta 100 problemlos erfüllt. Bei der Schlosseinrüstung in Moritzburg wurde die Arbeitsbreite sogar noch zur Fassade hin mit Konsolen um 30 Zentimeter vergrößert. So konnten die Monteure das Gerüst nach oben hin ohne Versprung an der auskragenden Traufe vorbeiführen. Für den bequemen Höhentransport und die Zwischenlagerung des benötigten Baumaterials sorgt ein Lastenaufzug, der an einem 3 x 3 Meter großen Gerüstturm aus Modex-Material am rückwärtigen Gebäudebereich zwischen Turm- und Fassadeneinrüstung angeordnet ist.
So dürften alle am Moritzburger Schloss tätigen Handwerker mit der ihnen zur Verfügung gestellten Gerüstkonstruktion zufrieden sein. Schließlich kann die CSG Chemnitzer Stahlrohrgerüstbau GmbH auf eine lange Referenzliste komplexer Einrüstungsaufgaben verweisen. Der Meißener Dom, die Münchner Allianz Arena und die BMW-Welt sind nur einige der herausfordernden Gerüstbauprojekten, bei denen sich CSG einen guten Namen gemacht hat.
Langjährige Partnerschaft
Das heute 45 Mitarbeiter zählende Unternehmen, das auch eine Niederlassung in München unterhält, entstand 1990 kurz nach der Wende durch die Initiative und das intensive Engagement des Firmengründers Siegfried Ranft. Der ehemalige Leiter der Gerüstbauabteilung des „Bau- und Montagekombinat Süd“ wagte den Sprung in die Marktwirtschaft und stellte die Ex-Kombinats-Gerüstfachleute in seiner neuen Firma ein. Gerüstlieferant der ersten Stunde war Hünnebeck. Man kannte sich bereits gut durch so manches – eigentlich verbotenes – Treffen auf der Leipziger Messe. Diese Partnerschaft hält bis heute an und wird vom 47-jährigen „Junior“ Michael Ranft weitergeführt, der mittlerweile die Geschäfte seines Vaters übernommen hat. Rund 200.000 Quadratmeter Bosta-Fassadengerüst und circa 50 000 Kubikmeter Modex-Modulgerüst stehen ihm für die vielfältigen Aufgaben zur Verfügung.
Bildunterschriften:
Schloss Moritzburg: Der komplette Süd-West-Flügel der barocken Anlage ist eingerüstet und wird derzeit saniert. Den Turm umgibt eine Kombination aus Rahmen- und Modulgerüst. Das direkt an der Fassade aufgebaute Bosta-Gerüst dient als Arbeits- und Schutzgerüst; der daran anschließende Teil aus Modex-Modulgerüstmaterial stabilisiert und ist Traggerüst für das Wetterschutzdach. (Foto: Hünnebeck)
Rund 6.000 Kubikmeter Modex-Modulgerüst und circa 3.000 Quadratmeter Bosta 100-Rahmengerüst umgeben den Süd-West-Turm, die daran anschließenden Fassadenbereiche der vorderen und rückwärtigen Schlossansicht sowie eine kleine Kapelle. (Foto: Hünnebeck)
Die Einrüstung am Schloss Moritzburg verschafft den Gewerken viel Arbeits- und Lagerfläche. (Foto: Hünnebeck)
Auch eingerüstet ein reizvoller Anblick: Das Wasserschloss Moritzburg am Abend. (Foto: Hünnebeck)
Der Modex-Varioteller verbindet ganz problemlos unterschiedliche Gerüstarten miteinander. Das wie eine Kupplung wirkende Bauteil ermöglicht Riegelanschlüsse in beliebigen Winkeln und völlig unabhängig vom festen Höhenraster der angeschweißten Teller. (Abbildung: Hünnebeck)
Porträt Hünnebeck:
Die Hünnebeck-Gruppe mit Hauptsitz in Ratingen zählt seit fast 80 Jahren zu den führenden Anbietern von Schalungs- und Gerüstsystemen. Das Unternehmen gehört seit Ende 2005 zur US-amerikanischen Harsco Corporation, Harrisburg/Pennsylvania, und vertreibt seine Produkte und Dienstleistungen weltweit durch zwölf Tochtergesellschaften in Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Südamerika. Seit Firmengründung 1929 basiert der Erfolg des Unternehmens auf der Entwicklung hochwertiger Geräte, die für mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit auf der Baustelle sorgen. Dazu zählen in erster Linie Systemschalungen für Wand und Decke nebst Zubehör und Sonderschalungen sowie Rahmen- und Modulgerüstsysteme. Flankiert wird die Produktpalette durch umfassende Serviceangebote. Für schnelle Verfügbarkeit sorgt der Hünnebeck-Mietpark, der zu den größten in Europa zählt.
Download: PM Moritzburg (2).rtf
Christian Henkel
Marketing/PR Hünnebeck GmbH
chenkel@huennebeck.com
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