Über uns Landesgesellschaften Referenzen News Kundenmagazin Karriere Kontakt
News > Pressemitteilungen

2007-11-20

Schalung im Kläranlagenbau

RATINGEN/PLATTLING, November 2007 Riesige runde und eckige Becken, Rinnen, Trichter und andere Wasser führende Bauteile: Der Bau einer Kläranlage ist aus schalungstechnischer Sicht immer eine anspruchsvolle Herausforderung. An vielen Stellen sind Sonderschalungen gefragt. Doch das muss nicht zwangsläufig den Baupreis in die Höhe treiben - eine gekonnte technische Projektierung vorausgesetzt.

 

Beim Bau der Kläranlage für eine neue Papierfabrik im niederbayerischen Plattling hat die ausführende Berger Bau GmbH aus Passau den Schalungslieferanten Hünnebeck mit der Entwicklung, Herstellung und Lieferung aller benötigten Schalungslösungen beauftragt. 35 Schalpläne hat Anwendungstechniker Siegfried Grawunder von der Hünnebeck-Niederlassung in Riedlingen angefertigt, um die schalungstechnischen Details der Kläranlage darzustellen. Bereits im Vorfeld waren die exakten Vorhaltemengen aller Schalungen bestimmt worden, die anschließend in Abstimmung mit der Bauleitung sukzessive just-in-time angeliefert wurden. Insgesamt waren durch Berger Bau sechs Beckenarten herzustellen: Vorklär-, Nachklär- und Belebungsbecken, Flotation, Frischwasser- und Absetzbecken. Fünf der Wasserbehältnisse sind rund mit Durchmessern von 11,50 bis knapp 47 Metern, die Frischwasserbecken sind rechteckig und maximal 12 Meter hoch.

Sonderfall Belebungsbecken

Vor allem das bis zu zwölf Meter hohe Belebungsbecken mit seinen 46,70 Metern Außendurchmesser verlangte nach einer besonderen Lösung, da es mit einer so genannten saugenden Schalhaut hergestellt werden musste. Deren spezielle Beschaffenheit entzieht der Betonrandzone Luft und Überschusswasser, was wiederum die Herstellung einer Oberfläche mit wenigen Poren fördert. Doch kein Rundschalungssystem ist mit einer solchen Schalhaut ausgestattet. Darum entschied sich die Firma Berger Bau für den Einsatz einer Sonderrundschalung, die mit den gewünschten Schalhäuten belegt wurde. Die eingesetzte H 20-Großflächenschalung besteht aus 20 Zentimeter hohen Holzträgern und waagerecht angeordnete Stahlgurtungen. Um die erforderlichen Rundungen herzustellen, wurden verschieden hohe Leisten aufgenagelt und anschließend die 21 Millimeter starke saugende Schalhaut aufgeschraubt. Durch dieses System konnte die Höhenlage der Anker auf das von der Baustelle gewünschte Ankerraster angepasst werden.

Bei der Entwicklung dieser absolut passgenau auf den Baukörper abgestimmten Schalung (Vorhaltung: 400 Quadratmeter) konnten die Hünnebeck-Planer zu großen Teilen auf Serienteile zurückgreifen, so dass selbst diese Sonderanfertigung als Mietschalung abgegeben werden konnte. Bis auf die saugende Schalhaut - die landete in der Entsorgung. Hergestellt wurde das riesige Becken (Fassungsvermögen: ca. 20.000 Kubikmeter) in drei Höhenabschnitten. Dabei stand die Schalung jeweils auf Hünnebeck-Klappgerüsten (Vorhaltung: 450 laufende Meter), die grundsätzlich komplett vormontiert auf die Baustelle kommen und vor Ort mit wenigen Handgriffen einsatzfertig sind. Damit allerdings das Eckige ans Runde passte, sprich die geraden Gerüste an der gebogenen Wand befestigt werden konnten, haben die Planer die Aufnahmepunkte verändert.

Im Gegensatz zum Belebungsbecken wurden die beiden 4,40 Meter hohen Vor- und Nachklärbecken (Durchmesser: 30 bzw. 42 Meter) mit konventioneller Schalhaut hergestellt. Ein klassischer Einsatzfall für die Ronda-Rundschalung, die mit 550 Quadratmetern in der Vorhaltung war. Basis dieses Systems sind einsatzfertige Elemente, die sich mit einem eingebauten Spindelsystem auf jeden gewünschten Radius (ab 2,75 Meter) einstellen lassen. Zusammengebaute Elemente können bis zu einer Fläche von 30 Quadratmetern ohne zusätzliche Aussteifungen mit dem Kran umgesetzt werden.

Sonderlösungen auch fürs Detail

Sonderlösungen waren wiederum nötig, um den so genannten Königsstuhl und den darunter liegenden Trichter (Schlammsammler) in der Mitte des Vorklärbeckens zu schalen. Der Königsstuhl ist eine Art Turm mit 1,50 Meter Durchmesser, über den das Wasser ins Becken läuft. Zugleich wird er später auch die Achse aufnehmen, um die sich die Rundräumer langsam bewegen und den abgesunkenen Schlamm in den Trichter befördern. Die Sonderschalungen für beide Bauteile hat Hünnebeck passgenau aus Holzträgerelementen mit aufgeschraubten Bogenlehren aus Dielen und einer Nut- und Federschalhaut anfertigen lassen. Gleiches gilt für die eingesetzten 50 Quadratmeter Rinnenschalung. Sie dienten zur Herstellung des 132 Meter langen und 75 Zentimeter breiten Wassereinlaufes oben auf dem Nachklärbecken (42 Meter Durchmesser, 4,40 Meter Höhe).

Standardisiert ging es wiederum beim Bau der Frischwasserbecken zu. Hierbei handelt es sich um diverse rechteckige Becken in verschiedenen Höhenlagen und Dimensionen. Die teilweise bis zu neun Meter hohen Wände wurden mit dem Wandschalungsklassiker Manto hergestellt. Mit ihrer Tafelvielfalt bietet diese besonders robuste Großrahmenschalung stets die passende Lösung und ist schnell montiert. Denn die einzigartige Manto-Zwinge verbindet die Tafeln in nur einem Arbeitsgang absolut fest und gleichzeitig fluchtend. Auf der Plattlinger Baustelle war nahezu das komplette Tafelsortiment mit Höhen bis 3,30 Meter im Einsatz - teilweise wiederum belegt mit saugender Schalhaut.

Nach fünf Monaten Rohbauzeit stehen nun alle Becken, das Gros der Schalung ist bereits wieder abtransportiert. Der Bauleiter, der Oberpolier der Firma Berger und der betreuende Hünnebeck-Berater Roland Eichinger ziehen ein zufriedenes Fazit: „Alles hat reibungslos geklappt."



Download: PM Kläranlage Plattling.rtf

Christian Henkel
Marketing/PR Hünnebeck GmbH
chenkel@huennebeck.com

zurück

Bilder

HB_News_Image

HB_News_Image

HB_News_Image