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2007-12-20

Traggerüst trägt Kletterschalung

Neubau Kraftwerk Premnitz: Schal- und Gerüstkonzept aus einer Hand

Ein anspruchsvolles Schal- und Gerüstkonzept sorgt derzeit beim Neubau eines Ersatzbrennstoff-Kraftwerks für zügigen Baufortschritt. Schalungstechnisches Highlight ist ein zwanzig Meter hohes Traggerüst, das die Lasten einer um zehn Meter auskragenden Decke und der darauf per Kletterfahrgerüst entstehenden Wände ableitet.

Rund 70 Millionen Euro kostet das neue „EBS"-Kraftwerk im Industrie- und Gewerbepark von Premnitz, einer Gemeinde im Landkreis Havelland (westlich von Berlin). Der Betreiber der Anlage, die E.ON-Tochter BKB Premnitz, erweitert mit der Investition den bereits bestehenden Kraftwerks- und Müllverbrennungsstandort um weitere 150.000 Tonnen Verbrennungskapazität und eine Feuerungswärmeleistung von 56 Megawatt.

Bereits im August 2008 soll die neue Anlage stehen. Doch um diesen Termin einhalten zu können, muss der anspruchsvolle Rohbau bis Ende März 2008 fertig sein. Eine Herausforderung für die Bau ausführende Ed. Züblin AG, die gemeinsam mit Hünnebeck Zeit sparende Lösungen zur Herstellung der diversen Ortbetonbauteile erarbeitet hat. Gebaut werden ein Ersatzbrennstoffbunker, Fundamente für das Kesselhaus und diverse Kranbahnbalken. Schaltanlage und Treppenhaus entstehen in einem Mix aus Ortbeton und Fertigteilen.

Vorhaltemenge verdoppelt

Für Züblin zählt in erster Linie die termingerechte Fertigstellung des Rohbaus. Neben einem wirtschaftlichen Schalkonzept kommt es der Bauleitung deshalb vor allem auf eine zeitnahe, komplette schalungstechnische Planung und die schnelle Lieferung von ausreichend Material an. Die ursprünglich angedachte Materialvorhaltemenge ist beispielsweise nach Anlaufen der Baustelle Anfang April 2007 verdoppelt worden, um den Baufortschritt noch zu beschleunigen. Die Materiallieferungen entsprechend zu koordinieren und auch sämtliche Einsatzpläne und statischen Berechnungen termingerecht zu liefern, liegt in den Händen der betreuenden Hünnebeck-Niederlassung in Berlin.

Insbesondere die Herstellung des knapp 70 Meter langen, 35 Meter breiten und genauso hohen Brennstoffbunkers stellt hohe Anforderungen an die Schalungstechnik. Denn ab 20 Metern Gebäudehöhe kragt das Gebäude um gut zehn Meter aus. Die unteren zwanzig Meter hohen Bunkerwände wurden von Januar bis zum März dieses Jahres in Gleitbauweise erstellt. Seit Februar sind Schalungen und Gerüste von Hünnebeck im Einsatz, um den Bunker bis auf Endhöhe 34,30 Meter hochzuziehen. Keine alltägliche Aufgabenstellung, denn nicht allein der rund 500 Quadratmeter große auskragenden Deckenbereich muss abgefangen werden. Auf der 30 Zentimeter starken Decke entstehen mit Hilfe von Kletterfahrgerüsten (CS 240 L) in vier Klettertakten 14,40 Meter hohe Wände. Die daraus resultierenden Vertikallasten (bis zu 280 kN) können erst nach der Fertigstellung des letzten Wandabschnittes vom Bauwerk selbst aufgenommen werden. Bis dahin übernehmen Schwerlaststützen und ein 19,70 Meter hohes Traggerüst aus dem Modulgerüstsystem Modex diese Aufgabe.

Maßgeschneidertes Traggerüst

Fast 10.000 Kubikmeter umfasst das beeindruckende Raumgerüst, das die Variomax-Holzträgerschalung des auskragenden Deckenbereichs unterstützt und sämtliche Lasten aus Decke und Wand sicher in den Baugrund ableitet. Dank seiner Einsatzflexibilität ermöglicht das Modex-Gerüst eine exakte Anpassung an die Bauwerksgeometrie. Seine simple Ein-Mann-Montage wiederum erleichtert und beschleunigt den Aufbau selbst komplexer Gerüstkonstruktionen. Im Raster von 50 Zentimetern sind auf den Vertikalstielen die so genannten Modex-Teller angeordnet. Sie ermöglichen acht Anschlüsse in horizontaler und diagonaler Richtung. Durch diesen „Verbindungsknoten" lassen sich Modex-Konstruktionen auf jede Form und jeden Grundriss maßschneidern. Gleichzeitig sorgt seine besondere konstruktive Ausbildung für kraftschlüssige Verbindungen und hohe Stabilität - mit weniger Stielen und Verstrebungen als üblich.

Kletterfahrgerüst für 14,40 Meter hohe Wände

Die auf das Traggerüst wirkenden hohen Lasten entstehen vor allem durch die Herstellung der Bunkerwände. Insgesamt sind in Premnitz zur Wandherstellung 40 Bühnen des Kletterfahrgerüstes CS 240 L inklusive Nachlaufbühnen im Einsatz. Sie tragen ab 20 Metern Bauwerkshöhe nicht nur die Schalung, sondern dienen gleichzeitig als Arbeitsbühne für Schalungs-, Bewehrungs- und Betonarbeiten. Dazu rückt ein Fahrwagen die bis zu 3,90 Meter hohe Schalung - rund 1.440 Quadratmeter Manto-Großrahmenschalung - von der betonierten Wand ab, bevor Schalung und Bühne für den nächsten Takt in einem Arbeitsgang nach oben gezogen werden.

Noch ein Traggerüst

Doch zurück auf 20 Meter Bauwerkshöhe, wo noch ein zweites Traggerüst (6.900 Kubikmeter) im Einsatz ist: ein 19,70 Meter hoher Verbund aus ID 15-Rahmenstützen. Er trägt die Variomax-Holzträgerschalung für weitere auskragenden Deckenbereiche. Markenzeichen der ID 15-Stütze ist neben ihrer hohen Tragfähigkeit von bis zu 200 Kilonewton das besonders einfaches Handling. Ein Mann allein kann die vierstielige Stütze (Grundriss: 1 Meter x 1 Meter) am Boden montieren. Der Kran übernimmt anschließend das Aufrichten und Umsetzen. Diese Zeit sparende Montageweise sorgt auch in Premnitz für ein schnelles Aufstellen der benötigten Tragkonstruktion.

Engmaschige Betreuung

Weil alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten, laufen die Rohbauarbeiten exakt nach Plan. Nicht zuletzt auch wegen der engen Abstimmung zwischen Bauleitung und Schalungslieferant. Bei wöchentlichen Baubesprechungen vor Ort sitzt man gemeinsam am Tisch und bespricht die weitere Vorgehensweise. Änderungen im Bauablauf werden schnellstens umgesetzt, Standard- und Sonderlösungen zeitnah erarbeitet, die Anlieferung und Abholung von Material abgestimmt, so dass die Schalungstechnik erst gar nicht zum zeitlichen Nadelöhr der Baustelle werden kann.

 



Download: Premnitz.rtf

Christian Henkel
Marketing/PR Hünnebeck GmbH
chenkel@huennebeck.com

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