2008-02-15
Optimale Schalungsplanung für einen anspruchsvollen Rohbau
In Italien zählt die Abfallentsorgung zu den zentralen Themen des Umweltschutzes. Simples Sammeln und Deponieren von Müll ist "out". Stand der Technik sind die Kompostierung des Mülls und die thermische Energiegewinnung in umweltfreundlichen Müllverbrennungsanlagen. Eine solche Anlage zur Verbrennung festen Hausmülls entsteht derzeit unweit von Mailand im italienischen Forli.
Die vom Büro der bekannten Mailänder Architektin Gae Aulenti entwickelte und geplante Anlage besteht aus verschiedenen Gebäudekörpern beachtlicher Größe und soll Anfang 2008 fertiggestellt sein. Im Auftrag und in enger Abstimmung mit dem Generalunternehmer Hera SpA hat die italienische Hünnebeck-Niederlassung in Turate ein technisch anspruchsvolles Schalungskonzept entwickelt, das den hohen Qualitätsanforderungen an den Rohbau entsprach. Das von den Hünnebeck-Technikern bereits in der Planungsphase gebotene Know-how war ausschlaggebend dafür, dass für den Bau der Wärmerückgewinnungsanlage - dem Herzstück der Anlage - Hünnebeck-Material gewählt wurde.
Als erstes entstand die mehr als 24 Meter hohe SDF-Filteranlage. Das 48 Meter lange und 32 Meter breite Gebäude wurde vollständig aus Ortbeton hergestellt. Für den Bau der Stahlbetonpfeiler entwickelte und lieferte Hünnebeck vormontierte Sonderschalungen - eine Kombination aus H20-Holzträgern und Stahlträgern, die sich variabel an die unterschiedlichen Abmessungen und Betonierbedingungen anpassen ließen.
Zum Betonieren der Aussteifungen wurde die Großrahmenschalung Manto verwendet. Dieses robuste Wandschalungssystem bewies in Forli - insbesondere durch das umfangreiche Tafelsortiment - seine besondere Flexibilität und Aufbauschnelligkeit.
In den höheren Ebenen wurde die Schalung für die Betonstützen auf spezielle Konsolen gestellt. Die Schalung der horizontalen Stahlbetonriegel trug ein leistungsstarkes Turmgerüstsystem, das in Forli bis zu Höhen von 20 Metern eingesetzt wurde. Um die aussteifenden Wandstücke auch auf den hohen Ebenen sicher herstellen zu können, entwickelten die Schalungsexperten eine Kletterschalung aus Kletterkonsolen, die die Manto-Elemente trugen.
Der ebenfalls zur Wärmrückgewinnung gehörende 45 x 47 Meter große Müllbunker besitzt einen Kern, der zum großen Teil aus bis zu 34 Meter hohen Trennwänden besteht. Rund 6.500 Quadratmeter Wand- und 1.800 Quadratmeter Deckenflächen mussten hergestellt werden. Zum Betonieren der Trennwände wurden - ebenfalls in Kombination mit Kletterkonsolen - mehr als 500 Quadratmeter Großrahmenschalung vom Typ Manto eingesetzt. Treppentürme aus dem Hünnebeck-Modulgerüstsystem Modex sorgten für den sicheren Zugang zu den Arbeitsflächen. Wie schon beim Filtergebäude sorgten Schwerlasttürme für die sichere Unterstützung der in 20 Metern Höhe herzustellenden Stahlbetonriegel.
In einem letzten Schritt entstand schließlich die 35 Meter lange und 32 Meter breite Verbrennungsanlage. Zur wirtschaftlichen Herstellung seiner elf Meter hohen Außen- und Innenwände diente wiederum die Manto-Großrahmenschalung.
Dank sorgfältiger Schalungsplanung und des Einsatzes hochwertigen Materials ist es in Forli gelungen, nicht nur die Rohbauzeit, sondern auch die Materialvorhaltung zu optimieren. Die Rohbauarbeiten konnten nach nur neun Monaten termingerecht fertiggestellt werden.
Bildunterschriften:
Foto 1: In den höheren Ebenen wurde die Schalung für die Betonstützen auf spezielle Konsolen gestellt. Die Schalung der horizontalen Stahlbetonriegel trug ein leistungsstarkes Turmgerüstsystem, das in Forli bis zu Höhen von 20 Metern eingesetzt wurde.
(Foto: Hünnebeck)
Foto 2: Zur wirtschaftlichen Herstellung der hohen Wände diente die Manto-Großrahmenschalung. (Foto: Hünnebeck)
Download: PM MVA Forli.rtf
Babette Bargatzky
Marketing | PR
bbargatzky@huennebeck.com
zurück