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Wirtschaftlich in die Höhe geschalt

RATINGEN/GARREL, Februar 2007 Beim Rohbau eines Mischfutterwerks im niedersächsischen Garrel (Landkreis Cloppenburg) sorgte ein von Hünnebeck entwickeltes Schalkonzept für den gewünscht schnellen und reibungslosen Baufortschritt. Insbesondere der Einsatz eines Kletterfahrgerüstes erwies sich als ideale Lösung, den rund 50 m hohen Gebäudekern (Grundriss 6 x 8 m) Kosten sparend in die Höhe zu ziehen. Herstellungstechnisch besteht das neue Mischfutterwerk aus vier einzelnen Bauteilen: einem ungefähr 350 Quadratmeter großen Untergeschoss aus Stahlbeton, einem gleich großen Erdgeschoss in Stahlbetonskelett-Bauweise, dem dreizehngeschossigen Gebäudekern aus Treppenhaus und Fahrstuhlschacht sowie einem anbindenden Stahlbau. "Zur vorlaufenden Herstellung des 50 m hohen Kerns hatte der Architekt eigentlich den Einsatz einer Gleitschalung vorgesehen", erzählt Matthias Meyer von der Baustellen betreuenden Hünnebeck-Werksvertretung MARM aus Delmenhorst. Doch diese Lösung wäre für das Lastruper Bauunternehmen Diekgerdes GmbH wesentlich teurer gekommen als die Verwendung des Kletterfahrgerüstes CS 240 L. Sein Einsatz ist der Kernpunkt des Schalungskonzeptes, das MARM gemeinsam mit der Hünnebeck-Niederlassung in Hamburg ausgetüftelt hat.

Einfach, robust und wirtschaftlich

Seine einfache Handhabung und die hohe Anpassungsfähigkeit (objektbezogene Montage) machen das robuste Konsolgerüst CS 240 L zu einem besonders wirtschaftlichen Klettersystem. Angeliefert werden die Bühnen inklusive Belag Platz sparend zusammengelegt. Vor Ort werden sie dann mit wenigen Handgriffen ergänzt und schnell zum Einsatzort gehoben. Dort dienen sie nicht nur als Arbeitsbühne für sämtliche Armierungs-, Schalungs- und Betonarbeiten. Gleichzeitig sind sie auch Tragkonstruktion für die Schalung in Garrel war das ein 3,9 m hoher Verbund aus Manto-Systemtafeln. Besonders vorteilhaft: durch eine Abrückvorrichtung auf der Kletterkonsole lässt sich die Schalung um etwa 80 cm von der betonierten Wand weg fahren und wird dann in einem Arbeitsgang zusammen mit der Bühne höher gezogen. Anschließend beginnt dann sofort ein neuer Arbeitszyklus. Denn obwohl die Schalung bereits steht, ist ausreichend Platz zum Bewehren vorhanden.

In Garrel, wo 13 Mal die Regelgeschosshöhe von 3,82 m herzustellen war, wurde mit insgesamt acht Bühnen (16 Konsolen und Nachlaufbühnen) geklettert. Deren Verankerung war die besondere Herausforderung dieses Einsatzes. Vor allem der an den Kern anschließende Stahlbau beschränkte die Verankerungsmöglichkeiten durch viele Einbauteile - beispielsweise Ankerplatten und Halfenschienen. Hinzu kamen diverse Wandöffnungen, zwei nachträglich zu erstellende Decken auf den Ebenen 10,50 m und 26,50 m sowie Einbauteile an den Schachtinnenseiten durch nachlaufende Fertigteiltreppenläufe und -podeste. "Teilweise haben sich die Verankerungspunkte an den lediglich 24 cm dicken Wänden sogar überlagert", erklärt Meyer. Sein Fazit: "Ein angemessenes Schalungskonzept war nur der flexiblen und einfachen, aber überaus robusten und tragfähigen Konstruktion der CS 240 L zu verdanken, die sogar große Bühnenbreiten bis 5,8 m zulässt." Diekgerdes-Bauleiter Christoph Raker bestätigt die Vorzüge des Konsolgerüstes: "Wir haben zum ersten Mal damit gearbeitet. Aber meine Leute sind nach kurzer Einweisung ohne weitere Hilfestellung prima damit klar gekommen."

Spindelbare Schachtschalung

Als Träger für die Schacht-Innenschalung dienten in Garrel neun teleskopierbare Klinkbühnenträger. Ihr großer Vorteil: sie lassen sich auf alle lichten Bauwerksmaße zwischen 200 cm und 300 cm einstellen. Das deckt die meisten Anwendungsfälle ab, um eine Schachtbühne ohne kostspielige Sonderkonstruktionen herzustellen. In Garrel wurden aus den teleskopierbaren Trägern insgesamt drei Bühnen in drei Schächten montiert. Sie trugen eine spindelbare Manto-Schachtschalung. Durch das Eindrehen der Schachtspindeln wird die Schalung beim Ausschalen von der Wand gelöst und kann problemlos mit dem Kran umgesetzt werden. Eine Demontage und erneute Montage der Schalung ist nicht nötig, was die Schalzeiten deutlich reduziert. Insgesamt rund 560 Quadratmeter Manto-Großrahmenschalung standen in Garrel zur Verfügung. Der Schalungsklassiker diente sowohl als Schacht- wie auch als Wandschalung. Dabei sorgte die enorme Tafelvielfalt des Systems für eine perfekte Anpassung an die unterschiedlichen Schalungshöhen in UG, EG und den Regelgeschossen. Die 5,32 m hohen Wände des Untergeschosses wurden beispielsweise mit zwei übereinander stehenden 2,70er Tafeln geschalt. Hierbei kam dann auch noch ein weiterer Manto-Vorteil zum Zuge. Das System ist besonders robust und hält einen hydrostatischen Betondruck von 80 kN/Quadratmeter aus. So kam die UG-Schalung selbst im Eckbereich der bis zu 70 cm starken Wände ohne zusätzliche Verankerungen und Abstützungen aus und konnte dennoch in einem Zug betoniert werden. Mit zwei 3,30 m hohen Tafeln ließen sich die 6,32 m hohen Erdgeschosswände perfekt schalen. Und für die 3,82 m hohen Regelgeschosse im Gebäudekern bot sich optimal die Kombination aus 2,70er und 1,20er Tafel an. Überhaupt sind der Manto-Kombinierbarkeit kaum Grenzen gesetzt. Nicht nur wegen des umfassenden Tafelsortiments. Auch lassen sich alle Tafeln beliebig miteinander kombinieren - stehend und liegend, seiten- und höhenversetzt. Entscheidendes Verbindungselement ist die so genannte Richtzwinge. Sie verbindet die Tafeln in einem Arbeitsgang fluchtend, bündig, zug- und rüttelfest. Dadurch lassen sich aufgestockte Elemente von bis zu 40 Quadratmeter ohne weitere Aussteifungen in einem Kranhub großflächig aufrichten, einschalen und umsetzen. Vervollständigt wurde das detailliert ausgearbeitete Schalkonzept mit dem Einsatz von rund 130 m Variomax-Unterzugschalung und 300 Quadratmeter Variomax-Deckenschalung. Beide
wurden je nach Raumhöhe mit Europlus-Stahlrohrstützen (550 DC) bzw. ID 15-Lasttürmen abgestützt und dienten als Tragkonstruktion für die Fertigteildecken und -unterzüge im UG und EG.



Download: PI Mischfutterwerk garrel.rtf

Christian Henkel
Marketing/PR Hünnebeck GmbH
chenkel@huennebeck.com

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