Neubau „Forum Duisburg“: fast 130.000 Quadratmeter Schalfläche
RATINGEN/DUISBURG, August 2007 Nahezu täglich transportieren Lkw derzeit neues Schalmaterial in Duisburgs Innenstadt: Fast 130.000 Quadratmeter Fläche sind beim Bau des „Forum Duisburg“ zu schalen – einem neuen Shopping-Center im Herzen der Ruhr-Metropole. Wegen des engen Terminplans und um die eigene Arbeitsvorbereitung zu entlasten, hat die ausführende Arge (Bilfinger Berger, August Heine) die komplette technische Bearbeitung der Schalungseinsätze an die Hünnebeck-Projektentwicklung in Ratingen übergeben.
Auf knapp 20.000 Quadratmetern Grundfläche entsteht das „Forum Duisburg“ (Projektentwickler: Multi Development) in bester Innenstadtlage. Rund 55.000 Quadratmeter Fläche werden nach Fertigstellung für Einzelhandel, Gastronomie, Freizeit sowie ergänzende Dienstleistungen und Büros zur Verfügung stehen. Das neue Center besteht aus drei aufgehenden Bauteilen mit unregelmäßig oval geformten Grundrissen und bis zu fünf Obergeschossen. Das 2. UG beherbergt die Tiefgarage; die Verkaufsbereiche befinden sich in den Geschossen 1. UG, EG, 1. und 2. OG. Darüber folgen weitere Geschosse mit Technikräumen und Mietbereichen.
Detailliertes Konzept für exakte Kalkulation
Der komplette Schalungsauftrag, d.h. die Materialdisposition und -lieferung, liegt in den Händen der Hünnebeck-Generalvertretung Hans Warner aus Langenfeld. Die Hünnebeck-Projektentwicklung in Ratingen erarbeitet das umfangreiche Schalkonzept. Bereits in der Angebotsphase hatte Warner gemeinsam mit den Ratinger Experten eine detaillierte Kalkulation mit rund 100 Positionen erarbeitet. Umfassende Vorarbeit, die sich auszahlte, denn das durchdachte Konzept überzeugte die Bauleitung der Arge. Während in Ratingen projektiert wird, stellt Warner das aktuell benötigte Schalungsmaterial dem Leistungsverzeichnis folgend in Einzelpositionen zur Verfügung – nur so lassen sich die riesigen Schalmengen auf der äußerst beengten Baustelle sinnvoll hantieren.
Für die knapp 50.000 Quadratmeter zu schalenden Wandflächen werden rund 3.200 Quadratmeter der vielseitig einsetzbaren Manto-Großrahmenschalung vorgehalten. Für die Herstellung von gut 47.000 Quadratmetern Deckenfläche ist eine Vorhaltemenge von 4.200 Quadratmetern trägerloser Topec-Schalung im Einsatz. Hinzu kommen Schalungen für Stützen (ca. 4.600 Quadratmeter Schalfläche) und Unterzüge (gut 10.000 Quadratmeter Schalfläche) sowie Deckentische für 3 x 3 m große Pilzköpfe (knapp 8.500 Quadratmeter Schalfläche). Außerdem auf der Baustelle: viele laufende Meter an Klappgerüsten, Klinkbühnen und Kletterkonsolen.
Entzerrter Bauablauf
In der Mitte des Bauwerks hat die Arge ganz bewusst einen 50 m x 50 m großen Bereich freigehalten, der mit einer Rampe versehen als Zufahrt für die Materialanlieferung dient. Diese Lücke wird erst zum Schluss geschlossen. Um den Bauablauf zu entzerren, wird das in diesem Bereich liegende Treppenhaus vorgeklettert. Für die Außenschalung kommen Klettereinheiten zum Einsatz. Sie bestehen aus der Wandschalung, Kletterkonsolen mit Abfahrvorrichtung und Nachläufern. So kann die ganze Einheit in einem Kranhub umgesetzt werden. Die Bewehrung wird im Schutze der abgefahrenen Schalung eingebracht.
Für die Innenwände der Schächte werden Klinkbühnen mit Nachläufern eingesetzt. Dabei liegen die Bühnenträger in vorab geschaffenen Aussparungen auf, so dass auch hier die komplette Bühne inklusive Schalung mit einem Kranspiel eine Etage höher gesetzt werden kann. Aus Platzmangel wurden alle Bühnen – innen wie außen – bei Warner vormontiert und anschließend zur Baustelle geliefert.
Auch die vorgezogene Herstellung zweier weiterer Treppenhäuser soll den Baufortschritt beschleunigen. Unabhängig von allen anderen Bauteilen werden sie komplett vorgeklettert. Die hierbei eingesetzte Kletterfahr- und Schachtschalung aus Kletter- und Klinkbühnen hat die Hünnebeck-Projektentwicklung ebenfalls detailgenau geplant.
9 m hohe einhäuptige Wand
Abgesehen von den üblichen Herausforderungen, die eine solche Großbaustelle stets mit sich bringt, gibt es in Duisburg einige schalungstechnische Highlights. Besonders anspruchsvoll gestaltet sich beispielsweise die Herstellung der bis zu 9 m hohen einhäuptigen Wassertankwände für die Sprinkleranlage. Nahezu 7.000 Quadratmeter dieser und anderer Wandflächen müssen einhäuptig geschalt werden. Dafür haben sich die Schalexperten aus der Hünnebeck-Projektentwicklung eine bis zu 9,40 m hohe Schalung aus robusten Manto-Elementen einfallen lassen, die von entsprechend dimensionierten Stützböcken (SB 500 mit Unterteilen) gehalten wird. Ein einzelner Bock wiegt ohne Zubehör rund 1,2 Tonnen. Bis zu 240 kN Zuglasten beanspruchen jeden der beiden Anker pro Bock. Der Bockabstand liegt bei 0,90 m.
Schnell an der Decke
Besonders schnelle Schalzeiten erreichen die Schalungsmannschaften an der Decke. Die Baustellenpoliere Ulrich Franzkowiak und Erik Pohl äußern sich sehr zufrieden über die in Duisburg eingesetzte trägerlose Topec-Schalung. Schalexperte Franzkowiak: „Das war genau die richtige Entscheidung.“ Dabei muss das in Duisburg eingesetzte Deckenschalungssystem gleich mehrere Anforderungen erfüllen: Deckenhöhen von bis zu 5 m, unre-gelmäßige ovale Grundrisse und ein anspruchsvoller Deckenaufbau – Stützen mit 3 m x 3 m großen Pilzköpfen und Fundamente oberhalb der Sohle. „Darum haben wir eine Kombination aus Topec für die Flächen und H 20-Deckentischen für die unterbrechenden Pilzköpfe gewählt“, erklärt Andreas Welsch, Schalungstechniker aus der Hünnebeck-Projektentwicklung. Damit die Pilzköpfe unter der Decke und über der Sohle nicht zum zeitlichen Nadelöhr bei der Deckenherstellung werden, benutzt die Schalmannschaft zum Ausschalen der Deckentische Gabelstapler. So beschleunigt sie das Verfahren der 4,00 x 2,00 m großen Tische zum nächsten Einsatzort.
Das Topec-System wartet ohnehin mit schnellen Umsetzzeiten auf. Die große Stärke des Systems ohne Träger und Fallkopf: Es besteht lediglich aus den beiden Basisteilen Tafel und Stütze. Und die werden mit wenigen Handgriffen bequem vom Boden aus aufgestellt. Genauso unkompliziert ist auch das Ausschalen. Bei großen Höhen (ab 3,60 m) wird ein Fahrgerüst für die Montage und Demontage eingesetzt.
Schalkonzept geht auf
Bei der Auswahl der Schalungssysteme hat Hünnebeck offensichtlich einen sehr guten Griff getan. Arge-Bauleiter Jens Krewinkel (August Heine) jedenfalls zeigt sich äußerst zufrieden: „Bisher geht das Schalkonzept voll auf. In allen Schalungsangelegenheiten fühlen wir uns kompetent beraten und betreut.“ Hünnebeck-Projektleiter Olaf Donder wundert das nicht: „Schließlich stecken wir in die technische Ausarbeitung eines Schalkonzeptes unser gesamtes Knowhow.“ Wichtig sei es, stets objektbezogen zu arbeiten, Schubladen-Lösungen gäbe es nicht. Donder: „Jedes Bauvorhaben hat andere Bedingungen. Und wir bemühen uns stets, alle beeinflussenden Faktoren im Blick zu haben und dem Kunden das bestmögliche Konzept mit effizienten, wirtschaftlichen Schalungslösungen zu bieten.“
Bildunterschriften:
Auf knapp 20.000 Quadratmetern Grundfläche entsteht in bester Innenstadtlage das „Forum Duisburg“. Das Schalkonzept für den Gebäudekomplex stammt von Hünnebeck. (Foto: Bilfinger Berger)
In der Mitte des Bauwerks hat die Arge einen 50 m x 50 m großen Bereich als Zufahrt für die Materialanlieferung freigehalten. Das in diesem Bereich liegende Treppenhaus wird vorgeklettert. Für die Außenschalung kommen Klettereinheiten zum Einsatz. Sie bestehen aus der Wandschalung, Kletterkonsolen mit Abfahrvorrichtung und Nachläufern. So kann die ganze Einheit in einem Kranhub umgesetzt werden. (Foto: Bilfinger Berger)
Anspruchsvoll: die Herstellung der bis zu 9 m hohen einhäuptigen Wassertankwände für die Sprinkleranlage. Dafür haben die Hünnebeck-Schalexperten eine bis zu 9,40 m hohe Schalung aus robusten Manto-Elementen entwickelt, die von entsprechend dimensionierten Stützböcken (SB 500 mit Unterteilen) gehalten wird. (Foto: Hünnebeck)
Porträt Hünnebeck:
Die Hünnebeck-Gruppe mit Hauptsitz in Ratingen zählt seit fast 80 Jahren zu den führenden Anbietern von Schalungs- und Gerüstsystemen. Das Unternehmen gehört seit Ende 2005 zur US-amerikanischen Harsco Corporation, Harrisburg/Pennsylvania, und vertreibt seine Produkte und Dienstleistungen weltweit durch zwölf Tochtergesellschaften in Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Südamerika. Seit Firmengründung 1929 basiert der Erfolg des Unternehmens auf der Entwicklung hochwertiger Geräte, die für mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit auf der Baustelle sorgen. Dazu zählen in erster Linie Systemschalungen für Wand und Decke nebst Zubehör und Sonderschalungen sowie Rahmen- und Modulgerüstsysteme. Flankiert wird die Produktpalette durch umfassende Serviceangebote. Für schnelle Verfügbarkeit sorgt der Hünnebeck-Mietpark, der zu den größten in Europa zählt.
Download:
PM Forum Duisburg.rtf
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